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Eine lebendige Opferschale für die drei Herzen Münchens

Schale mit 3 Herzen: das Symbol der Münchener Stände Bürger, Adel und Klerus, am 17.7.1704 einmütig bereit zum Gelübde

Aufrichtige Liebe reißt mit, sogar wankelmütige Herzen. Die Münchner kannten ihre Lindmayrin als resolute Person: 'Ich habe es auf mich genommen und bin bei Gott gut gestanden, dass ich nicht nachlassen werde, bis die Kirche gebaut wird.' Dieser Mut war ein Geschenk des Himmels: 'Herr, etwas Rechtes oder gar nichts will ich zu deiner Ehre werden'. Bei ihrer Bekehrung als Fünfzehnjährige spricht Maria Anna dieses Verlangen überlegt aus und entscheidet sich damit für eine echte, uneingeschränkte und ganzheitliche Selbstverwirklichung. Das bedeutet für eine Person ein 'ich-werden' ganz nach dem liebenden Entwurf ihres Schöpfers. Dazu vertraut Anna Maria Lindmayr sich völlig der liebevollen Führung Gottes an, anstatt ihrem eigenen unsteten 'ich' zu folgen. Das hatten die Münchener an ihrer Lindmayrin zu schätzen gelernt. Mit diesem ergreifenden Wesen reißt sie auch die 3 Stände Münchens am 17. Juli 1704 in das Gelübde an den dreifaltigen Gott mit, der das drohende Unheil abwendet. Das Altarbild der Dreifaltigkeitskirche ließ sie mit einer Opferschale malen, in der sich die 3 Stände 'von Herzen' dem Allmächtigen überlassen. So gewinnt die Stadt entgegen aller Erwartung ihre Ruhe und Lebensqualität zurück und steht mit Gott über allem Chaos.

Dieselbe Lindmayrin kann im Jahr 2005 auch aus uns eine Opferschale bereiten, wo die Menschen von heute ihre Herzen der heiligsten Dreifaltigkeit hingeben, von den verwirrten Zwängen unseres 'Ichs' befreit werden und die einzig wahre Selbstverwirklichung als Geschenk des Himmels empfangen.