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Aus dem Leben der Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr OCD

1657

Geburt der Lindmayrin am 24.09.1657 (zwischen 2 und 3 Uhr nachts) als Tochter von Franz und Eva Maria Lindmayr (geborene Prämer). Das Geburtshaus ist das gegenwärtige Hotel Schlicker, Tal 8, 80331 München, gleich unterhalb der Heilig Geist Kirche und nahe an der Gasse zum Dreifaltigkeitsplatz.

1657

Getauft noch am selben 24.09 in St. Peter, der ältesten Pfarrkirche Münchens, als Maria Anna. Insgesamt hat sie als Geschwister 8 Mädel und 6 Buben (eine Schwester wird Karmelitin in Prag, kommt 1711 nach München; vier Buben werden Priester: zwei Karmeliter, einer Prämonstratenser und einer Diözesanpriester). Der 24. September als Fest 'Maria vom Loskauf der Gefangenen' bekam für Maria Anna tiefen symbolischen Wert.

1665

Erster Bericht einer Marienvision der Achtjährigen daheim beim Spielen mit Geschwistern.

1667

Die Zehnjährige nimmt Lateinunterricht - sie denkt an einen Ordensberuf.

1668

Umzug der Familie ins 'Altomünsterhaus' gegenüber der damaligen Karmeliterkirche (jetzt Pacelli-Straße), wo die Lindmayrin wohnen bleibt bis 1708.

1669

Die Zwölfjährige beginnt sich um die Armen Seelen zu sorgen.

1672

Die Fünfzehnjährige hat ein tief bewegendes Bekehrungserlebnis, macht ihre Generalbeichte und entschließt sich zur opferbereiten Nachfolge Jesu Christi, die sie von da an unter die strenge Begleitung der Jesuiten von St. Michael und der benachbarten Karmeliten stellt.

1672

Einschreibung in die Skapulier-Bruderschaft.

1675

Nach Ablehnung einer Aufnahme in den Karmel schlug nacheinander der Eintritt in die Klöster St. Wallburg (Augsburg), am Anger (München) und Schönenfeld (Eichstätt) aus plötzlichen gesundheitlichen Gründen fehl. Entschluss, Gott 'in der Welt' zu dienen.

1676

Weitere Ausbildung, besonders im Singen. Mithilfe im Elternhaus in der Erziehung der jüngeren Geschwister.

1684

Häufung ungewöhnlich auffallender Zeichen (Eingebungen; Arme-Seelen-Kontakte, Fasten, Leiden). Sie wird weit bekannt als Helferin, aber auch verdächtigt, angefeindet, verleumdet. Wiederholt Vorschläge aus ihrer Umgebung, sie solle heiraten.

1687

Am Skapulierfest (16. Juli) empfängt die 30-jährige das Große Skapulier und wird in den Säkularzweig der Karmeliten aufgenommen (mit den 3 Gelübden Armut, Keuschheit und Gehorsam). Damit auch Beginn des Noviziates als 'Terziarin' (der 3. Orden lebt 'in der Welt', der 1. Orden für Männer und der 2. Orden für Frauen in Klöstern).

1690

Ihr Vater stirbt 69-jährig.

1691

Der Dekan der Frauenkirche verbietet ihr den Gebrauch außergewöhnlicher Gaben (bis 1693).

1692

Christusvision über das Versagen des geistlichen Personals der Kirche und der Herrscherhäuser.

1693

Ihre Mutter stirbt 57-jährig. Maria Anna wird 36-jährig zur Mutter der jüngeren Geschwister.

1693

Erlebnis einer 5 Jahre dauernden mystischen Finsternis (bis 1698).

1697

Die 40-jährige erhält von Christus verstärkte Warnungen vor dem Unglauben in Kirche und Land.

1704

Am 17. Juli legen die 3 Münchener Stände auf Veranlassung der Lindmayrin das Gelübde ab, die Dreifaltigkeitskirche zu bauen.

1711

Am 21.10. Grundsteinlegung zur Dreifaltigkeitskirche; 06.10 1714 erstes Amt gefeiert vom Dom-Dekan; 29.05.1718 feierliche Weihe; 21.05.1730 Übergabe an die Karmelitinnen).

1711

Am 23.10. Grundsteinlegung zum Dreifaltigkeitskloster der Karmelitinnen; die ersten Karmelitinnen wohnen vorerst am benachbarten Grundstück im Perusa-Haus, gemeinsam mit Maria Anna und anderen Anwärterinnen; am 10.11.1714 wird das Kloster bezogen.

1712

Am 22.05: Einkleidung der Lindmayrin (55-jährig) mit dem Namen "Schwester Josepha a Jesu"; am 25.05.1713 Ordensprofeß; am 10.06.1713 das Schleierfest, dann Arbeit als Krankenschwester.

1716

Priorin des Klosters bis 1722, dann Novizenmeisterin bis 1726.

1721

Im April kommt (die 2001 heiliggesprochene) Sr. Kreszentia Höß vom Franziskanerinnenkloster Kaufbeuren nach München um sich in ernster Bedrängnis bei Sr. Maria Anna Rat zu holen.

1726

Am 06. Dezember, kurz nach 22 Uhr, stirbt Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr im Kloster; beerdigt in der Gruft am 17.12.1726.

1726

Am 18.12. beantragt der Karmeliten-Prior P. Friedrich a Jesu die ersten Schritte einer Seligsprechung, die der Fürstbischof Eckher am 10.01.1727 aufnimmt. Sein Nachfolger führt 1735 diese Arbeit weiter, die seither aber auf Fortsetzung wartet.

1802

Säkularisation mit Klosteraufhebung: die Karmelitinnen werden (mit dem kleinen Nachlass ihrer Lindmayrin) im Juni aus München in den Karmel von Neuburg an der Donau vertrieben.

1803

Am 19.01, um 3 Uhr nachts, wird nach einem Polizeibericht im Zuge der Säkularisation der Leichnam der Lindmayrin (mit den Gebeinen ihrer 42 Gefährtinnen) aus der Kirchengruft auf einem Düngewagen zum Südlichen Friedhof St. Stephan gebracht und in ein Massengrab geworfen!

1804

Das ehem. Zisterzienserinnen-Kloster Pielenhofen wird an der Naab zum Aussterbekloster aller Karmelitinnen bestimmt, wo bis in die Gegenwart der Sühnemessbund (Kath. Pfarramt, Rogeriusstr. 4, 93188 Pielenhofen) das Andenken an die Lindmayrin als geschätzte Pilgerstätte bewahrt hat (Original des 'Ecce-Homo-Bildes').

1844

Die letzte Karmelitin stirbt im Kloster Pielenhofen, das von 1838 bis 2010 den Salesianerinnen gehörte.

1896

Als Neuanfang: Der Karmel Aufkirchen, Marienplatz 1, 82335 Berg (Starnberg), eingerichtet von österreichischen Karmelitinnen. 1921 Auch die Karmeliter kommen nach München zurück (St. Theresia, Dom-Pedro-Str. 39, 80637 München).

1945

Die Dreifaltigkeitskirche hat die umgebende Vernichtungswelle des 2. Weltkrieges unbeschädigt überstanden.

1962

Die Karmelitinnen von Bonn richten den Karmel von Dachau ein: Alte Römerstr. 91, 85221 Dachau.

1979

Teile des Erzbischöflichen Ordinariats beziehen das renovierte Karmelitinnen-Kloster in der Rochusstraße.

2003

Auf Initiative des Seelsorgereferates der Erzdiözese München und des Münchner Karmel wird der Lindmayr-Freundeskreis gegründet. Das Haus Habsburg stiftet eine Kopie des Pielenhofener 'Ecce-Homo' für die Münchener Dreifaltigkeitskirche.

2004

08.07 bis 15.08: Ausstellung des Archivs der Erzdiözese zum 300-Jahr-Jubiläum 'Dreifaltigkeitskirche und M.A.J. Lindmayr'.

2005

Internet-Seite für Maria Anna Josepha a Jesu Lindmayr durch den Sankt Michaelsbund, München